Die sechs Dörfer Reinickendorfs

Hermsdorf

Hermsdorf wurde im 13.Jahrhundert von einem Siedelmeister gegründet und nach ihm Hermannsdorf - oder„Hermannstorp" - benannt . Die 1780 im erbaute Dorfkirche ist erhalten geblieben . Um die Jahrhundertwende hätte Hermsdorf beinahe als Kurort „Karriere" gemacht. Die Hermsdorfer waren beim Bohren nach einer Solquelle fündig geworden. Aber es wurde nicht so recht etwas daraus: Die Berliner zogen weiter entfernte Kurorte vor.

Reinickendorf

Reinickendorf oder „ Renekendorp " wurde um 1230 von dem niedersächsischen Bauern Reinhard gegründet. Die älteste überlieferte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1345; damals waren Truppen des Markgrafen von Brandenburg im Dorf einquartiert. Die alte Angerdorf-Anlage ist in der Straße Alt-Reinickendorf noch gut zu erkennen. Hier steht die im Jahre 1491 errichtete Feldsteinkirche. Der Flügelaltar mit seinen geschnitzten Figuren stammt aus dem Jahre 1515.
Das Dorf gab dem Bezirk im Jahr 1920 den Namen Reinickendorf.

Tegel

Tegel taucht in den Urkunden 1322 erstmals auf. Besiedelt waren Dorfkern und einige Inseln im Tegeler See abar schon lange vorher. An die dörfliche Vergangenheit Tegels erinnert heute nur noch wenig. Auch seine Kirche in Alt-Tegel ist neueren Datums: Die kleine Kirche aus dem 18. Jahrhundert musste 1911/12 einem Neubau weichen.

Heiligensee

Sagenumwoben ist Heiligensee. In grauer Vorzeit soll es Kultstätte der Germanen gewesen sein . Im „heiligen See" ruht der Sage nach ein versunkenes Schloß. Die älteste überlieferte Eintragung ist weniger geheimnisvoll: Da ging es 1308 um einen Wiesenverkauf. Auf dem langgestreckten Dorfanger erhebt sich auf den Grundmauern einer im 15.Jahrhundert erbauten Kirche die Dorfkirche in ihrer jetzigen Form. Diese Kirche stammt aus dem 18.Jahrhundert. Von Heiligensee in südlicher und östlicher Richtung erstrecken sich die Mischwälder des Tegeler Forstes.

Lübars

Lübars wurde 1247 erstmals urkundlich erwähnt. Damals musste das Dorf auf Weisung des Markgrafen seine „Beuth" ( Honig - Wachsernte) dem Spandauer Nonnenkloster abtreten. 1790 vernichtete ein großer Brand zahlreiche Gehöfte und die Kirche. Schon drei Jahre nach dem Brand, 1793, erfolgte die Einweihung der wiederaufgebauten Dorfkirche in ihrer jetzigen Gestalt. Lübars hat als letztes Dorf Berlins noch seinen dörflichen Charakter bewahrt.

Wittenau

Wittenau trug bis 1905 den Namen Dalldorf . Dann wurde das Dorf nach seinem langjährigen Gemeindevorsteher Peter Witte benannt. Gegründet wurde „Daldorph" (Taldorf) zu Beginn des 13.Jahrhunderts. Seine Feldsteinkirche steht auf einer der schönsten Dorfauen Berlins. 1484 lautet die Jahreszahl auf der ältesten erhaltenen Kirchenglocke. Erbaut wurde die Kirche aber bereits Mitte des 13.Jahrhunderts.

 

 Gestaltung und Textbearbeitung: Vedran und Dennis